Schüler machen DASDING -Weihnachtsumfrage

 Zehntklässer nahmen an einem Radioworkshop teil                                         GB-Foto: Bäuerle

 

Zwei Redakteurinnen vom Radiosender Dasding zeigten, was man im Radio alles machen kann. Sie schulten die Jugendlichen in Medienkompetenz und fahndeten mit ihnen nach Fake News. Schließlich durften die Zehntklässler der Herrenberger Theodor-Schüz-Realschule selbst einen Beitrag fürs Radio produzieren.

 

Ausgerüstet mit Aufnahmegeräten und Mikrofonen, machten sie sich auf den Weg in die Stadt und fragten die Leute, was sie zu Weihnachten verschenken, wann sie die Geschenke kaufen und ob sie Weihnachten getrennt von der Familie feiern. "Medienkompetenz ist das Know-how, das wir brauchen, um in der digitalen Welt zurechtzukommen", erklärt Martika Baumert, Redakteurin beim Radiosender Dasding. Gemeinsam mit ihrer Kollegin, der Redakteurin und Moderatorin Carolin Keil, gestaltet sie den Workshop. Die Schüler lernen, immer auf die Quelle zu achten. Als sie mit den beiden Leiterinnen nach der Mittagspause den Fakefinder vom Südwestrundfunk ausprobieren, stellen sie das Gelernte unter Beweis. Der Fakefinder wählt kurze Artikel und Meldungen aus, die man einordnen soll. Die Jugendlichen schauen kritisch hin, hinterfragen die Nachrichten und im Zweifelsfall - ist das nun Satire oder eine falsche Nachricht? - gucken sie sich an, wer die Meldung verbreitet hat. "Es ist cool, dass uns gesagt wurde, dass wir auf die Inhalte achten sollen", findet Annika. Ihren Klassenkameraden Noah, Levin und Joris gefällt, dass sie Einblicke in die Berufsmöglichkeiten bei einem Radiosender erhalten haben. Vor allem der Musikredakteur stößt bei den jungen Leuten auf Faszination: "Der darf den ganzen Tag Musik raussuchen und wird dafür bezahlt."

 

In Gruppen von vier oder fünf Personen machen sie sich in der Mittagspause auf den Weg, um die Umfrage durchzuführen. Annika präsentiert das Aufnahmegerät und erklärt, wie es funktioniert. "Hier drücke ich den roten Knopf, dann setze ich die Kopfhörer auf und höre die Frequenz. Danach drücke ich Play und nehme auf."

 

Abdurahman nennt die Rahmenbedingungen, zum einen wurde ihnen die Frage nach Weihnachtsgeschenken mitgegeben, zum anderen soll ihre Zielgruppe zwischen 14 und 29 Jahre alt sein. Das entspricht der Zielgruppe des Radiosenders. "Es ist ungewohnt", kommentiert Elif den Umgang mit dem Aufnahmeset. "Aber es macht Spaß!", betont ihre Gruppe.

 

Martika Baumert erzählt, dass es den Radio-Workshop schon lange gibt. Die Schulen kommen auf den Sender zu und laden ihn ein. Baumert und Carolin Keil sind mit Begeisterung bei der Sache. "Für uns ist das auch eine kleine Medienforschung", meint Baumert. Immerhin lernen die beiden so Menschen aus der Zielgruppe des Senders persönlich kennen. "Wir können mit ihnen quatschen, erfahren, was ihre Lieblingsmusik, ihr Lieblingsrap ist." Durch Zufall sei sie auf der Homepage des Senders auf das Angebot gestoßen, berichtet Klassenlehrerin Judith Kinzler. "Medien nehmen im Alltag der Schüler viel Raum ein, das sollte auch im schulischen Bereich repräsentiert werden."

 

An die Theodor-Schüz-Realschule kommt der Sender zum ersten Mal. "Die Zehntklässler sind im Prüfungsstress, da nimmt der Workshop etwas Druck raus." Außerdem stelle sich für die Jugendlichen die Frage, wie es nach der Schule weitergeht. Die Redakteurinnen haben ihnen da ein paar Möglichkeiten aufgezeigt.

 

Mit reicher Beute sind die jungen Reporter von ihrer Umfrage zurückgekehrt. Carolin Keil zieht die Aufnahmen auf den Computer, und dann geht's ans Schneiden. Im Musiksaal hören sie sich das Material an und entscheiden, welche Teile wegsollen. Über den Beamer werfen die Redakteurinnen das Schnittprogramm auf eine Leinwand. Nur die Antworten sind relevant, die Fragen können rausgenommen werden. "Ähms" und Teile der Antworten, die sich doppeln oder für die Fragestellung nicht relevant sind, werden weggeschnitten. Immer sind die Schüler gefragt, sie entscheiden, wie ihr Produkt am Ende klingen soll. "Wir wollen nichts verfälschen", stellt Baumert klar. "Aber die Antwort 'nichts' auf die Frage, was man zu Weihnachten verschenkt, ist für die Hörer keine Inspiration." Die jungen Leute sind voll bei der Sache, diskutieren und schneiden selbst. Sie bekommen ein dickes Lob von Baumert, denn sie haben bei den Antworten teilweise nachgehakt und damit weitere Informationen aus den Befragten herausgekitzelt.

 

Hören kann man die Beiträge der Schüler auch, manche sollen am Freitag in der "Morningshow" von Dasding gesendet, andere in den kommenden Tagen immer wieder eingespielt werden.

 

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